Der Fuchs und die Trauben

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Der Fuchs und die Trauben — eine Fabel von Äsop mit Moral zum Vorlesen. Die Trauben hingen hoch, und der Fuchs hatte am Ende eine Erklärung dafür.

Es war so heiß, dass sogar der Schatten unter den Bäumen warm wurde.

Es war so heiß, dass sogar der Schatten unter den Bäumen warm wurde. Der Fuchs lief seit dem Morgen und hatte nichts gefunden: Die Mäuse saßen tief unter der Erde, die Vögel hoch in den Ästen, und der Bach, an dem er sonst trank, war bis zur Hälfte ausgetrocknet.

Als er am Weinberg vorbeikam, blieb er so plötzlich stehen, dass er sich auf die Hinterläufe setzte.

Als er am Weinberg vorbeikam, blieb er so plötzlich stehen, dass er sich auf die Hinterläufe setzte. Über ihm, an einer hohen Pergola, hingen Trauben: dunkel, schwer, mit diesem weißen Hauch darauf, den nur die reifsten haben. Eine war vom eigenen Saft aufgeplatzt, und es tropfte von ihr herunter, Tropfen für Tropfen, mitten in den Staub.

Der Fuchs ging näher heran, umrundete den Pfosten einmal und maß die Höhe mit den Augen ab.

Der Fuchs ging näher heran, umrundete den Pfosten einmal und maß die Höhe mit den Augen ab. Es sah nach einer Höhe aus, die man schafft, wenn man sich richtig abdrückt. Er ging in die Hocke, zählte im Kopf bis drei und sprang. Es fehlte eine halbe Pfote.

Er ging ein paar Schritte zurück, nahm auf dem festgetretenen Boden Anlauf und sprang noch einmal, höher, und streckte sich…

Er ging ein paar Schritte zurück, nahm auf dem festgetretenen Boden Anlauf und sprang noch einmal, höher, und streckte sich in der Luft, so weit er konnte. Es fehlte weniger, aber es fehlte.

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Textquelle: Fabel von Äsop (6. Jh. v. Chr.), gemeinfrei. Der Text wurde für Marytale neu geschrieben — es ist kein Nachdruck einer fremden Übersetzung.

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