Kalif Storch

  • 7-9 Min. Lesezeit
  • 12 Seiten

«Kalif Storch» von Wilhelm Hauff, neu erzählt. Ein Zauberpulver, das Wort Mutabor und zwei Störche, die nicht lachen durften.

Kalif Chasid von Bagdad saß eines Nachmittags auf seinem Sofa, als ein Händler ihm eine kleine Dose mit braunem Pulver anbot…

Kalif Chasid von Bagdad saß eines Nachmittags auf seinem Sofa, als ein Händler ihm eine kleine Dose mit braunem Pulver anbot und dazu einen Zettel mit fremder Schrift.

Auf dem Zettel stand: wer von dem Pulver riecht und dabei das Wort Mutabor sagt, kann sich in jedes Tier verwandeln und die…

Auf dem Zettel stand: wer von dem Pulver riecht und dabei das Wort Mutabor sagt, kann sich in jedes Tier verwandeln und die Sprache der Tiere verstehen.

Ein Satz stand noch dabei, und den überlas der Kalif fast: solange er ein Tier ist, darf er nicht lachen.

Ein Satz stand noch dabei, und den überlas der Kalif fast: solange er ein Tier ist, darf er nicht lachen. Sonst vergisst er das Wort und bleibt, was er ist.

Am nächsten Morgen gingen der Kalif und sein Großwesir Mansor an den Teich, wo zwei Störche standen.

Am nächsten Morgen gingen der Kalif und sein Großwesir Mansor an den Teich, wo zwei Störche standen. Sie rochen an dem Pulver, sagten Mutabor und wurden selbst Störche.

Die beiden Störche am Wasser unterhielten sich, und eine von ihnen tanzte dabei so steif auf ihren langen Beinen, dass der…

Die beiden Störche am Wasser unterhielten sich, und eine von ihnen tanzte dabei so steif auf ihren langen Beinen, dass der Kalif und der Wesir zu lachen anfingen.

Im selben Augenblick war das Wort weg.

Im selben Augenblick war das Wort weg. Sie versuchten es hundertmal — Mu…, Mu… — und kamen nicht darauf. Sie waren Störche und blieben Störche.

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Textquelle: Wilhelm Hauff † 18.11.1827; das Märchen ist gemeinfrei. Nacherzählt für Marytale in eigenen Worten — kein Abdruck einer fremden Ausgabe.

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