Kotyhoroschko

  • 10-12 Min. Lesezeit
  • 16 Seiten

Kotyhoroschko — ein ukrainisches Volksmärchen zum Vorlesen. Die Mutter hatte sieben Söhne und eine Tochter, und der achte Sohn kam aus einer Erbse.

Ein Mann und eine Frau hatten sieben Söhne und eine Tochter, Olenka.

Ein Mann und eine Frau hatten sieben Söhne und eine Tochter, Olenka. Die Söhne waren hoch wie Pappeln und fleißig wie Bienen, und Olenka war die Kleinste und die Redseligste im Haus. Sie wohnten an der Straße, und immer übernachtete jemand bei ihnen, denn in diesem Haus wies man niemanden ab.

Eines Tages gingen die Brüder aufs Feld zum Mähen, und Olenka brachte ihnen das Mittagessen.

Eines Tages gingen die Brüder aufs Feld zum Mähen, und Olenka brachte ihnen das Mittagessen. Sie ging den Pfad über die Hügel, sang und merkte nicht, wie es über dem Pfad dunkel wurde — obwohl der Tag hell war. Und das war keine Wolke. Das war der Drache.

Der Drache nahm Olenka mit und trug sie über die Berge, in seinen steinernen Hof.

Der Drache nahm Olenka mit und trug sie über die Berge, in seinen steinernen Hof. Die Brüder warteten bis zum Abend auf das Essen, und am Abend gingen sie den Pfad entlang und fanden nur einen umgestürzten Krug und ein Kopftuch voller Kletten. Einer nach dem anderen zogen sie los, die Schwester zu suchen. Und einer nach dem anderen kam nicht zurück.

Vater und Mutter blieben allein.

Vater und Mutter blieben allein. Die Mutter ging jeden Morgen vors Tor und sah auf die Straße, und abends kam sie ins Haus zurück und sagte nichts. Einmal ging sie zum Brunnen und sah im Wasser eine Erbse. Rund, grün, glänzend. Die Mutter nahm sie und aß sie — ohne selbst zu wissen, wozu.

Und nach einiger Zeit wurde ihr ein Sohn geboren.

Und nach einiger Zeit wurde ihr ein Sohn geboren. Und dieser Sohn war nicht wie die anderen: Nach einer Woche hob er ein Fass, nach einem Monat einen Wagen, und nach einem Jahr bat er den Vater um Eisen. Sie nannten ihn Kotyhoroschko.

— Vater — sagte Kotyhoroschko — lasst mir eine Keule schmieden.

— Vater — sagte Kotyhoroschko — lasst mir eine Keule schmieden. Der Vater ging zum Schmied, und sie schmiedeten eine ganze Woche. Kotyhoroschko nahm die Keule, warf sie hoch und hielt die Handfläche darunter. Die Keule fiel und zerbrach in zwei Teile. — Zu dünn — sagte Kotyhoroschko. — Es muss eine schwerere sein.

Sie schmiedeten eine zweite — aus allem Eisen, das im Dorf war.

Sie schmiedeten eine zweite — aus allem Eisen, das im Dorf war. Kotyhoroschko warf sie so hoch, dass sie aus den Augen verschwand, und alle schafften es, bis zwölf zu zählen, bevor sie zurückkam. Sie fiel auf die Handfläche und zerbrach nicht. — Die ist gut — sagte Kotyhoroschko. — Jetzt hole ich die Brüder und die Schwester.

Die Mutter weinte und sagte nichts, denn sie wusste schon, dass das nichts aufhält.

Die Mutter weinte und sagte nichts, denn sie wusste schon, dass das nichts aufhält. Und der Vater brachte ihn bis zur Wegbiegung und sagte nur: — Geh den Pfad, solange es einen Pfad gibt. Und Kotyhoroschko ging.

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