Die Stadtmaus und die Landmaus

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Die Stadtmaus und die Landmaus — eine Fabel von Äsop mit Moral zum Vorlesen. Die Base aus der Stadt fand, auf dem Feld wisse man nicht, wie man lebt.

Es waren einmal zwei Mäuse, Basen.

Es waren einmal zwei Mäuse, Basen. Die eine wohnte auf dem Feld, unter dem Rain, in einem Bau zwischen den Wurzeln eines wilden Birnbaums. Sie hatte dort drei Kammern: eine zum Schlafen, eine für das Korn und eine leere für den Fall, dass es lange regnet.

Die andere wohnte in der Stadt, in einem großen Haus am Markt, und kam einmal im Jahr aufs Land, immer nur für einen Tag.

Die andere wohnte in der Stadt, in einem großen Haus am Markt, und kam einmal im Jahr aufs Land, immer nur für einen Tag. In diesem Jahr kam sie im Herbst, wenn das Feld am reichsten ist. Die Landmaus bereitete sich eine Woche lang vor, und am Morgen holte sie alles heraus, was sie hatte, und legte es auf den flachen Stein vor dem Eingang, damit es aussah wie ein richtiger Tisch: eine volle Ähre, drei Haferkörner, eine trockene Erbse, ein Stück Apfel und Wasser in einer Blattmulde.

Da lagen also eine volle Ähre, drei Haferkörner, eine trockene Erbse, ein Stück Apfel vom Boden unter dem Baum und Wasser in…

Da lagen also eine volle Ähre, drei Haferkörner, eine trockene Erbse, ein Stück Apfel vom Boden unter dem Baum und Wasser in einer Blattmulde. Sie aßen langsam, denn niemand trieb sie. Über dem Feld stand die niedrige Herbstsonne, in einer Furche zirpte etwas, und einmal flog eine Krähe vorbei, aber hoch und nicht in ihre Richtung.

Die Stadtmaus aß höflich und lächelte, doch mitten in der Mahlzeit legte sie die Erbse hin.

Die Stadtmaus aß höflich und lächelte, doch mitten in der Mahlzeit legte sie die Erbse hin. „Base“, sagte sie, „du weißt hier einfach nicht, wie man leben kann. Komm mit. Schau es dir an, und wenn es dir nicht gefällt, gehst du zurück.“

Sie gingen bei Nacht, denn am Tag laufen Mäuse nicht über Wege.

Sie gingen bei Nacht, denn am Tag laufen Mäuse nicht über Wege. Sie liefen über das Stoppelfeld, dann am Rain entlang, dann im Graben neben der Straße, vorbei an Steinen, die im Dunkeln aussahen wie Tiere. Als Mauern und Dächer auftauchten, blieb die Landmaus stehen: Die Stadt roch ganz anders als das Feld, nach Rauch, nach Brot und nach etwas Süßem, das sie nicht benennen konnte.

Sie schlüpften durch einen Spalt unter dem Tor, dann unter den Fußboden, durch einen langen dunklen Gang, über dem Schritte…

Sie schlüpften durch einen Spalt unter dem Tor, dann unter den Fußboden, durch einen langen dunklen Gang, über dem Schritte zu hören waren, mal von der einen, mal von der anderen Seite. Die Landmaus lief dicht hinter ihrer Base und versuchte, nicht daran zu denken, wo hier eigentlich der Weg hinaus war. Am Ende des Gangs war ein zweiter Spalt, und dahinter eine große, helle Stube.

Auf dem Tisch stand, was vom Fest übrig war: eine Platte mit Kuchen, ein Stück Käse, Schinken, Nüsse in einer Schale und…

Auf dem Tisch stand, was vom Fest übrig war: eine Platte mit Kuchen, ein Stück Käse, Schinken, Nüsse in einer Schale und Honig, der über den Rand des Kruges lief und auf dem Tuch fest wurde. Es roch nach allem auf einmal. Die Landmaus blieb mitten im Schritt stehen und stand eine ganze Weile still, denn so viel zu essen hatte sie in ihrem Leben noch nie auf einmal gesehen.

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