Der Wolf und die sieben Geißlein

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  • 16 Seiten

Der Wolf und die sieben Geißlein — ein Märchen der Brüder Grimm zum Vorlesen. Die Mutter geht in den Wald, und draußen steht jemand, der ihre Stimme übt.

Eine alte Geiß hatte sieben Junge, und sie liebte sie so, wie Mütter ihre Kinder lieben, nämlich mit vielen Regeln.

Eine alte Geiß hatte sieben Junge, und sie liebte sie so, wie Mütter ihre Kinder lieben, nämlich mit vielen Regeln. An einem Morgen war nichts mehr im Haus, und sie musste in den Wald, um Futter zu holen. Bevor sie ging, rief sie alle sieben zusammen, vom Größten bis zum Kleinsten, und wartete, bis wirklich alle zuhörten.

„Passt auf euch auf“, sagte sie.

„Passt auf euch auf“, sagte sie. „Der Wolf war schon zweimal in der Nähe. Wenn er hereinkommt, frisst er euch mit Haut und Haar. Aber ihr erkennt ihn: Er hat eine raue Stimme und schwarze Füße.“ Dann ging sie, und die sieben schoben den Riegel vor.

Es dauerte nicht lange, da klopfte es an der Tür.

Es dauerte nicht lange, da klopfte es an der Tür. „Macht auf, ihr lieben Kinder“, rief jemand, „eure Mutter ist wieder da und hat jedem von euch etwas mitgebracht.“ Die sieben standen still und horchten. Die Stimme war rau wie ein Sack voller Steine, und so hatte ihre Mutter noch nie gesprochen.

„Du bist nicht unsere Mutter“, riefen die sieben durch die Tür.

„Du bist nicht unsere Mutter“, riefen die sieben durch die Tür. „Unsere Mutter hat eine feine Stimme. Deine ist rau. Du bist der Wolf.“ Und sie machten nicht auf.

Der Wolf ging in den Laden im Dorf und kaufte ein großes Stück Kreide.

Der Wolf ging in den Laden im Dorf und kaufte ein großes Stück Kreide. Er fraß es unterwegs auf, und davon wurde seine Stimme fein und hell, fast wie die einer Geiß. Dann kam er zurück, wartete noch einen Moment vor der Tür, bis er sicher war, und klopfte wieder.

„Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da.“ Diesmal klang es richtig.

„Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da.“ Diesmal klang es richtig. Aber er hatte die Pfote auf das Fensterbrett gelegt, und die Kleinen sahen sie. „Du bist nicht unsere Mutter“, riefen sie. „Unsere Mutter hat keine schwarzen Füße.“

Da ging der Wolf zum Bäcker und ließ sich Teig über die Pfoten streichen.

Da ging der Wolf zum Bäcker und ließ sich Teig über die Pfoten streichen. Dann ging er zum Müller und verlangte Mehl darüber. Der Müller wollte nicht, denn er dachte sich, wozu ein Wolf weiße Pfoten braucht. Aber der Wolf sah ihn nur an und sagte nichts, und da tat der Müller es doch, und die Pfoten wurden ganz weiß.

Beim dritten Mal war die Stimme fein und die Pfote weiß, und die Geißlein machten auf.

Beim dritten Mal war die Stimme fein und die Pfote weiß, und die Geißlein machten auf.

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