Des Kaisers neue Kleider

  • 7-9 Min. Lesezeit
  • 16 Seiten

Des Kaisers neue Kleider — ein Märchen von Hans Christian Andersen zum Vorlesen. Zwei Fremde weben einen Stoff, den angeblich nur kluge Leute sehen können.

Es war einmal ein Kaiser, dem waren neue Kleider wichtiger als alles andere.

Es war einmal ein Kaiser, dem waren neue Kleider wichtiger als alles andere. Andere Herrscher sagen: Wo ist mein Heer? Dieser fragte: Wo ist mein Schneider? Für jede Stunde des Tages hatte er ein anderes Gewand, und wenn man ihn suchte, fand man ihn vor dem Spiegel.

Eines Tages kamen zwei Fremde in die Stadt und erzählten, sie seien Weber, und zwar besondere: Ihr Stoff sei der schönste der…

Eines Tages kamen zwei Fremde in die Stadt und erzählten, sie seien Weber, und zwar besondere: Ihr Stoff sei der schönste der Welt, und dazu habe er eine Eigenschaft. Wer dumm sei oder für sein Amt nicht tauge, könne ihn nicht sehen.

Der Kaiser dachte: In solchen Kleidern würde ich sofort erkennen, wer in meinem Land nichts taugt.

Der Kaiser dachte: In solchen Kleidern würde ich sofort erkennen, wer in meinem Land nichts taugt. Er gab den beiden viel Geld und die beste Kammer im Schloss, und sie stellten zwei Webstühle auf und fingen an.

Sie arbeiteten Tag und Nacht.

Sie arbeiteten Tag und Nacht. Man hörte die Webstühle klappern bis auf den Gang hinaus, man sah durch die halboffene Tür zwei Paar Hände, die sich bewegten, und abends verlangten sie mehr Seide und mehr Gold. Nur Garn war keines auf den Rahmen, und Stoff wurde auch keiner daraus. Aber das Klappern klang genau richtig, und Seide und Gold wanderten in ihre Taschen.

Nach einigen Tagen schickte der Kaiser seinen ältesten Minister, einen ehrlichen Mann, dem er vertraute.

Nach einigen Tagen schickte der Kaiser seinen ältesten Minister, einen ehrlichen Mann, dem er vertraute. Der ging hinein, sah auf die leeren Rahmen und erschrak so, dass ihm heiß wurde.

„Ich sehe nichts“, dachte er.

„Ich sehe nichts“, dachte er. „Bin ich dumm? Tauge ich nicht für mein Amt?“ Und weil er weder das eine noch das andere sein wollte, sagte er laut: „Wunderschön. Diese Farben. Ich werde es dem Kaiser genau so berichten.“

Der zweite Beamte kam und sagte fast dasselbe, nur mit anderen Worten, damit es nicht abgeschrieben klang.

Der zweite Beamte kam und sagte fast dasselbe, nur mit anderen Worten, damit es nicht abgeschrieben klang. Dann kam der Kaiser selbst, mit dem halben Hof hinter sich, und stellte sich vor die Webstühle. Alle im Raum warteten darauf, was er sagen würde, und jeder von ihnen wartete aus demselben Grund.

Er sah nichts. Gar nichts. Und der Gedanke, der ihm durch den Kopf ging, war so schrecklich, dass er ihn sofort wieder…

Er sah nichts. Gar nichts. Und der Gedanke, der ihm durch den Kopf ging, war so schrecklich, dass er ihn sofort wieder wegschob. „Prächtig“, sagte er. „Ganz ausgezeichnet.“ Und alle hinter ihm nickten und sagten prächtig, und keiner sah irgendetwas.

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