Die Bibliothek der vergessenen Träume

  • 7-9 Min. Lesezeit
  • 17 Seiten

Nina ist ein Mädchen voller Fantasie. Sie malt ihre Träume an die Ränder ihrer Hefte und stellt sich ferne Welten vor. Doch wie so oft im Leben verblassen selbst die schönsten Wünsche im grauen Trott des Alltags. Eines Abends folgt Nina einem geheimnisvollen Licht und findet einen zauberhaften Ort, an dem all das aufbewahrt wird, was die meisten längst vergessen haben — ihre Träume. Eine zarte, herzerwärmende Geschichte, die Kinder wie Erwachsene daran erinnert, dass kein Traum je verloren geht — und dass manchmal ein einziger kleiner Schritt genügt, um ihn wieder zum Leben zu erwecken.

In einem kleinen, gemütlichen Städtchen lebte ein Mädchen namens Nina.

In einem kleinen, gemütlichen Städtchen lebte ein Mädchen namens Nina. Sie war eine echte Träumerin — jeder, der sie kannte, hatte sie schon einmal dabei ertappt, wie sie versonnen in den Himmel schaute oder etwas in ihre Hefte malte.

Doch wie es so oft geht, vergaß Nina ihre Träume nur allzu leicht.

Doch wie es so oft geht, vergaß Nina ihre Träume nur allzu leicht. Sie stellte sich weite Reisen vor, einen eigenen Blumengarten und sogar, wie sie eines Tages mit einem großen Heißluftballon in den Himmel steigen würde. Aber all diese Träume lösten sich schnell in den Sorgen des Alltags und dem Trott zu Hause auf. Eines Abends, als Nina in ihrem Zimmer saß und darüber nachdachte, warum ihre Träume nie in Erfüllung gingen, bemerkte sie plötzlich ein seltsames Leuchten vor ihrem Fenster.

Es war ein schwaches Flimmern, das hinter den Häusern in einem abgelegenen Winkel der Stadt hervorschimmerte.

Es war ein schwaches Flimmern, das hinter den Häusern in einem abgelegenen Winkel der Stadt hervorschimmerte.

Die Neugier siegte, und Nina beschloss nachzusehen, was das wohl sein mochte.

Die Neugier siegte, und Nina beschloss nachzusehen, was das wohl sein mochte. Sie warf sich den Mantel über und machte sich hinaus in die Nacht, dem Abenteuer entgegen. Durch die engen Gassen der Stadt ging sie, bis sie zu einem alten Gebäude kam, das seit langer Zeit niemand mehr betreten hatte.

Die Tür stand halb offen, und dahinter schimmerte genau jenes Licht.

Die Tür stand halb offen, und dahinter schimmerte genau jenes Licht.

Nina spähte hinein — und staunte.

Nina spähte hinein — und staunte. Vor ihr breitete sich eine riesige Bibliothek aus. Die Regale waren mit Hunderten, vielleicht sogar Tausenden von Büchern gefüllt, und jedes einzelne leuchtete und strahlte einen sanften Schein aus. Langsam trat Nina näher und nahm eines der Bücher in die Hand.

Auf dem Einband stand geschrieben: „Max’ Traum — Musiker zu werden.“ Das Mädchen schlug das Buch auf und sah, dass es die…

Auf dem Einband stand geschrieben: „Max’ Traum — Musiker zu werden.“ Das Mädchen schlug das Buch auf und sah, dass es die Geschichte eines Jungen war, der davon träumte, Gitarre zu spielen, mit der Zeit aber seinen Traum vergaß, weil er sich mit anderen Dingen beschäftigte. Das Buch endete damit, dass seine Gitarre verstaubt in einer Ecke des Zimmers stand.

„Was ist das nur für ein Ort?“, flüsterte Nina leise vor sich hin.

„Was ist das nur für ein Ort?“, flüsterte Nina leise vor sich hin. Plötzlich tauchte aus der Tiefe der Bibliothek eine alte Frau auf, mit einer Brille auf der Nase und in einem langen Kleid. „Das ist die Bibliothek der vergessenen Träume“, antwortete sie leise. „Hier werden all die Träume aufbewahrt, die die Menschen vergessen oder auf später verschoben haben.“

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