Hänsel und Gretel

  • 8-10 Min. Lesezeit
  • 16 Seiten

Hänsel und Gretel — ein Märchen der Brüder Grimm zum Vorlesen. Zwei Kinder gehen in den Wald, und der Weg zurück ist am zweiten Tag nicht mehr da.

Am Rand eines großen Waldes wohnte ein Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, Hänsel und Gretel.

Am Rand eines großen Waldes wohnte ein Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, Hänsel und Gretel. Es war ein magerer Winter. Der Schnee lag früh und blieb lange, das Holz verkaufte sich schlecht, und das Brot reichte immer kürzer. Abends wurde am Tisch weniger geredet als früher, und wenn geredet wurde, dann leise.

Eines Nachts hörte Hänsel die Eltern in der Kammer.

Eines Nachts hörte Hänsel die Eltern in der Kammer. Die Frau sagte, für vier reiche es nicht mehr, und man müsse die Kinder morgen tief in den Wald führen. Der Vater sagte lange nichts. Am Ende sagte er auch nichts mehr.

Hänsel wartete, bis im Haus alles still war, schob leise den Riegel zurück und ging hinaus.

Hänsel wartete, bis im Haus alles still war, schob leise den Riegel zurück und ging hinaus. Vor der Tür lag der Weg voller weißer Kiesel, und im Mondlicht sahen sie aus wie kleine Münzen. Er sammelte, so viele in seine Taschen passten, kam zurück und legte sich wieder hin, ohne Gretel etwas zu sagen.

Am Morgen gingen sie los.

Am Morgen gingen sie los. Hänsel blieb immer wieder stehen und ließ heimlich einen Kiesel fallen, einen nach dem anderen, den ganzen Weg entlang.

Tief im Wald machten die Eltern ein Feuer aus Reisig und sagten, die Kinder sollten hier warten, sie gingen nur Holz schlagen…

Tief im Wald machten die Eltern ein Feuer aus Reisig und sagten, die Kinder sollten hier warten, sie gingen nur Holz schlagen und kämen wieder. Die Kinder setzten sich ans Feuer und warteten. Sie warteten, bis das Feuer klein wurde, und dann warteten sie noch länger, und das Einzige, was man hörte, war das Holz weit weg, das gar kein Holz war, sondern ein Ast im Wind.

Als der Mond aufging, leuchteten die Kiesel wie eine Reihe kleiner Lichter.

Als der Mond aufging, leuchteten die Kiesel wie eine Reihe kleiner Lichter. Die Kinder gingen ihnen nach und standen im Morgengrauen wieder vor ihrer eigenen Tür.

Beim zweiten Mal war die Tür schon vor der Nacht abgeschlossen, und Hänsel kam nicht mehr hinaus.

Beim zweiten Mal war die Tür schon vor der Nacht abgeschlossen, und Hänsel kam nicht mehr hinaus. Er lag wach und überlegte, und am Morgen steckte er statt der Kiesel sein Stück Brot in die Tasche. Unterwegs blieb er wieder immer wieder stehen und streute Krümel auf den Weg, kleine Häufchen, damit man sie auch im Dunkeln sieht.

Die Vögel im Wald hatten Hunger wie alle in diesem Winter, und Krümel sind Krümel.

Die Vögel im Wald hatten Hunger wie alle in diesem Winter, und Krümel sind Krümel. Als der Mond aufging, war da nichts mehr zu sehen, was einem Weg geähnelt hätte.

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