Der Schneemann Flocke und die Möhre für einen Freund

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  • 16 Seiten

In einem gemütlichen, tief verschneiten Garten wohnt der Schneemann Flocke – der stolze Besitzer der allerleuchtendsten Möhre weit und breit. Doch eines Tages hoppelt ein frierendes Häschen zu ihm, und Flocke steht vor einer schweren Wahl: seinen Stolz behalten oder dem helfen, der ihn braucht. Eine warme Wintergeschichte, die uns daran erinnert, dass Gutes zurückkommt – manchmal schneller, als wir es erwarten.

Mitten in einem verschneiten Garten stand ein Schneemann namens Flocke.

Mitten in einem verschneiten Garten stand ein Schneemann namens Flocke. Er war rund und prall und funkelte über und über, und ganz besonders stolz war er auf seine Nase – eine große, leuchtend orange Möhre.

„Das nenne ich eine Nase!“, sagte Flocke gern und reckte sein schneeweißes Kinn.

„Das nenne ich eine Nase!“, sagte Flocke gern und reckte sein schneeweißes Kinn. „Alle Schneemänner sind neidisch auf mich!“

An einem frostigen Morgen kam ein kleines weißes Häschen zu ihm gehoppelt.

An einem frostigen Morgen kam ein kleines weißes Häschen zu ihm gehoppelt. „Hallo …“, piepste es ganz leise. „Flocke, hast du nicht … eine Möhre gesehen? Auch nur eine winzige? Mir ist so kalt, und ich habe solchen Hunger …“

Flocke ruckte erschrocken mit dem Kopf zurück, als wollte er seine Nase verstecken.

Flocke ruckte erschrocken mit dem Kopf zurück, als wollte er seine Nase verstecken. „Eine Möhre? Meinst du etwa … meine? Die gibt es doch kein zweites Mal auf der Welt! Wenn ich sie hergebe, was bleibt dann von mir? Ein Schneemann ohne Nase – da erkennt mich ja keiner mehr!“

Das Häschen ließ die Ohren hängen und wollte schon gehen.

Das Häschen ließ die Ohren hängen und wollte schon gehen. Doch es war so müde, dass es sich einfach neben Flocke setzte, nur um ein wenig zu verschnaufen. Seine kleinen Pfoten zitterten vor Kälte.

Flocke schaute auf das Häschen.

Flocke schaute auf das Häschen. Dann schaute er auf seine Möhre. Und dann schaute er hinaus auf das weite, weiße, leere Feld. „Also gut“, seufzte er. „Aber knabbere sie nicht auf einmal ganz weg. Das … ist nämlich mein Stolz.“

Ganz behutsam nahm der Schneemann die Möhre von seinem Gesicht und reichte sie hin.

Ganz behutsam nahm der Schneemann die Möhre von seinem Gesicht und reichte sie hin. „Danke!“, piepste das Häschen und knabberte vorsichtig ein winziges Stückchen ab.

Und da stand Flocke – ganz ohne Nase.

Und da stand Flocke – ganz ohne Nase. Ein kalter Wind strich ihm sofort übers leere Gesicht. „Wunderbar“, seufzte er. „Jetzt sehe ich aus, als hätte man vergessen, mich fertig zu bauen.“

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