Der See, der Wünsche erfüllt
- 6-8 Min. Lesezeit
- 19 Seiten
Löwenkind Leo und Mäuschen Mia sind die allerbesten Freunde, und an einem goldenen Morgen machen sie sich auf zu einem See, von dem man sagt, er könne Wünsche erfüllen. Doch als sie einen kleinen Vogel mit verletztem Flügel finden, nimmt ihr Abenteuer eine ganz andere Wendung. Eine warmherzige Vorlesegeschichte darüber, dass Freundlichkeit und Freundschaft fast alles heilen können.

In einem großen, bunten Wald, wo sich die Zweige der Bäume der Sonne entgegenstreckten und die Luft nach Blumen duftete, lebten zwei unzertrennliche Freunde – das Löwenkind Leo und das Mäuschen Mia. Der eine war groß, die andere ganz klein, doch das machte ihnen nichts aus. Immer waren sie zusammen und erlebten Seite an Seite die schönsten Abenteuer.

Gemeinsam erkundeten sie den Wald, spielten und halfen den anderen Tieren, denn sie wussten: Wahre Freundschaft bedeutet, füreinander da zu sein. Eines Morgens, als die Sonne ihre ersten goldenen Strahlen über die Baumwipfel schickte, beschlossen Leo und Mia, sich endlich einen alten Traum zu erfüllen – den Glänzenden See zu besuchen. In den Geschichten hieß es, sein Wasser sei zauberkräftig und könne einen Wunsch erfüllen, doch nur dem, dessen Herz voller Güte ist. Voller Vorfreude machten sich die beiden auf den Weg.

Als sie über die Waldwege wanderten, trafen sie die weise Schildkröte Olivia. „Hallo, Leo und Mia! Wie schön, euch zu sehen“, begrüßte sie die beiden freundlich. „Wohin des Weges?“

„Wir gehen zum Glänzenden See!“, piepste Mia aufgeregt. „Man sagt, sein Wasser kann Wünsche erfüllen!“

Olivia lächelte, als kenne sie ein Geheimnis. „Das stimmt. Aber denkt daran: Der See zeigt seinen Zauber nur denen mit reinem Herzen und guten Absichten.“ Leo und Mia versprachen, die Zauberkraft weise zu nutzen, und zogen weiter.

Endlich traten sie auf eine Lichtung, und da lag er vor ihnen – der Glänzende See. Sie waren ganz verzaubert von seiner Schönheit. Das Wasser funkelte wie Diamanten in der Sonne, und bunte Fischchen schwammen fröhlich dicht unter der Oberfläche. Den beiden Freunden stockte der Atem.

Doch plötzlich zerriss ein ängstlicher Schrei die Stille. Ganz am Ufer, im Schatten der Bäume, saß ein kleiner Vogel namens Pip. Er hatte sich den Flügel verletzt und konnte nicht mehr fliegen.

Seine Augen waren voller Tränen, und sein kleiner Körper zitterte. „Keine Angst, Pip“, sagte Leo sanft. „Wir helfen dir.“

Flink sammelte Mia weiche Blätter und baute ein gemütliches kleines Nest, und Leo trug den Vogel behutsam hinüber, damit er sich ausruhen konnte.
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