Der Fischer und seine Frau

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  • 16 Seiten

Der Fischer und seine Frau — ein Märchen der Brüder Grimm zum Vorlesen. Ein goldener Fisch erfüllt Wünsche, und es kommt darauf an, wann man aufhört.

Am Rand des Meeres stand eine Hütte aus Treibholz, und darin wohnten ein alter Fischer und seine Frau.

Am Rand des Meeres stand eine Hütte aus Treibholz, und darin wohnten ein alter Fischer und seine Frau. Vor der Tür trockneten die Netze auf Stangen, und weiter gab es dort nichts als Sand, Wind und Wasser.

Eines Morgens zog der Fischer das Netz ein, und darin lag ein einziger Fisch.

Eines Morgens zog der Fischer das Netz ein, und darin lag ein einziger Fisch. Er war golden und leuchtete so, dass der Alte ihn zuerst gar nicht anfassen wollte, sondern nur dasaß und ihn ansah, während das Boot langsam trieb. „Lass mich frei“, sagte der Fisch, und seine Stimme kam von überall her. „Ich bin kein gewöhnlicher Fisch.“

Der Fischer ließ ihn aus den Händen zurück ins Wasser gleiten.

Der Fischer ließ ihn aus den Händen zurück ins Wasser gleiten. Er verlangte nichts dafür. Er war überhaupt froh, dass die Sache vorbei war, und ruderte nach Hause.

Der Fisch schwamm knapp unter der Oberfläche davon, drehte sich einmal um und war weg.

Der Fisch schwamm knapp unter der Oberfläche davon, drehte sich einmal um und war weg. Der Fischer erzählte zu Hause alles, wie es gewesen war.

Seine Frau hörte alles an und wurde still, und das war schlimmer, als wenn sie geschimpft hätte.

Seine Frau hörte alles an und wurde still, und das war schlimmer, als wenn sie geschimpft hätte. Dann sagte sie: „Und du hast nichts verlangt? Nicht einmal einen neuen Zuber? Unserer ist durch, ich schöpfe seit dem Sommer mit dem Topf.“ Sie schickte ihn noch am selben Nachmittag zurück ans Wasser. Am Abend stand vor der Hütte ein neuer hölzerner Waschzuber.

Zwei Tage später sagte sie, ein Zuber sei kein Dach.

Zwei Tage später sagte sie, ein Zuber sei kein Dach. Am Morgen darauf stand am Ufer ein ordentliches Holzhaus mit Schornstein und Vordach, und die Sonne schien darauf, als hätte es immer dort gestanden.

Eine Weile war es gut.

Eine Weile war es gut. Sie standen abends zusammen auf der Terrasse über dem Wasser und sahen zu, wie die Sonne unterging, in einfachen Kleidern, mit den Händen auf dem Geländer, und sagten nicht viel. Der Fischer dachte, dass es jetzt so bleiben könnte, und sagte auch das nicht.

Dann wurde das Haus zu klein.

Dann wurde das Haus zu klein. Der Fischer ging wieder ans Wasser und rief, und als er zurückkam, stand dort ein steinernes Gut mit Garten und eisernem Tor, und über den Hof gingen Leute, die er nicht kannte.

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