Der Froschkönig
- 7-9 Min. Lesezeit
- 16 Seiten
Der Froschkönig — ein Märchen der Brüder Grimm zum Vorlesen. Die goldene Kugel liegt tief im Brunnen, und der einzige, der sie holen kann, will etwas dafür.

Eine Königstochter hatte eine goldene Kugel, und die war ihr das Liebste von allem, was sie besaß. Sie war nicht groß, sie passte genau in eine Hand, und in der Sonne warf sie kleine helle Flecken an die Mauer. Die Königstochter warf sie in die Luft und fing sie wieder auf, und das konnte sie stundenlang tun, ohne dass es ihr langweilig wurde.

Am liebsten spielte sie im Schatten hinter dem Schloss, wo ein alter Brunnen stand. Er war tief, das Wasser darin war dunkel, und wenn man hineinsah, sah man nicht den Grund, sondern nur sich selbst.

An einem heißen Nachmittag, als der Garten still war und niemand sonst draußen, warf sie die Kugel zu hoch. Sie stand schon falsch, während die Kugel noch oben war, und sie merkte es auch. Sie fing sie nicht. Die Kugel schlug auf den Brunnenrand, sprang einmal zur Seite, und dann war nur noch ein Platschen zu hören, und danach gar nichts mehr.

Die Königstochter beugte sich über den Rand und sah hinunter, aber da war nur ihr eigenes Gesicht auf dem dunklen Wasser. Sie setzte sich neben den Brunnen ins Gras und weinte. Sie weinte nicht laut, sondern so, wie man weint, wenn niemand zusieht und man genau weiß, dass nichts mehr zu machen ist.

„Warum weinst du denn so?“ sagte eine Stimme. Auf dem Brunnenrand saß ein Frosch, dick und nass, mit Augen wie zwei kleine dunkle Knöpfe. Sie war zu traurig, um sich zu wundern, dass ein Frosch sprach.

„Meine goldene Kugel ist da hineingefallen“, sagte sie. „Sie ist ganz unten, und da kommt niemand hin.“

„Ich schon“, sagte der Frosch. „Aber ich hole sie nicht umsonst. Ich will nicht dein Gold und nicht deine Perlen. Ich will, dass ich dein Freund sein darf: neben dir sitzen, von deinem Teller essen und in deinem Zimmer schlafen dürfen.“

„Ja, ja“, sagte die Königstochter schnell, ohne aufzusehen. „Alles, was du willst. Hol sie nur.“ Sie dachte dabei: Ein Frosch bleibt im Wasser, ein Frosch kommt keine Treppe hinauf, und was ein Frosch redet, gilt sowieso nicht. Sie sagte es also, ohne ein einziges Wort davon zu meinen, und sie sagte es sehr freundlich.
…den Rest liest du in der Marytale-App.
Marytale ist eine App mit illustrierten Geschichten zum Vorlesen — ein Bild auf jeder Seite, keine Werbung, kein Internet nötig. Das Lesezeichen bleibt dort, wo das Kind eingeschlafen ist.

Mit dem Handy scannen, um Marytale zu laden
Mehr Geschichten zum Vorlesen
Der Ritter ohne Schwert7-9 Min. Lesezeit · 13 Seiten
Der Spiegel, der die Wahrheit sah6-8 Min. Lesezeit · 14 Seiten
Dornröschen7-9 Min. Lesezeit · 16 Seiten
Elara und das kleine Zaubervögelchen5-6 Min. Lesezeit · 7 Seiten
Rapunzel6-8 Min. Lesezeit · 16 Seiten
Ritter Arthur und der Drache vom Nebelberg6-8 Min. Lesezeit · 9 Seiten
- Der Fuchs und die Trauben — vorlesegeschichten ab 4 jahren
- Der Garten der Freundschaft — vorlesegeschichten ab 6 jahren
- Der gestiefelte Kater — vorlesegeschichten ab 5 jahren
- Der Hase und die Schildkröte — vorlesegeschichten ab 4 jahren
- Der Hirtenjunge und der Wolf — vorlesegeschichten ab 5 jahren
- Der Kater Marcus und der goldene Pinsel — geschichten ab 7 jahren zum vorlesen