Tikki, Miko und das Licht vom Himmel
- 9-11 Min. Lesezeit
- 23 Seiten
Tief im Wald, wo jeder Busch ein Geheimnis hütet und die Sterne so tief hängen, dass man sie fast mit der Pfote berühren kann, leben zwei kleine Streithähne Tür an Tür: Fuchskind Tikki und Wolfsjunge Miko. Sie zanken über alles auf der Welt – bis ein rätselhaftes Licht über den Nachthimmel zieht und ihr gewohntes Leben für immer verändert. Es folgen eine unerwartete Begegnung, eine Aufgabe zwischen den Sternen und eine Prüfung, die man nur gemeinsam bestehen kann. Eine warmherzige, funkelnde Geschichte über das Zuhören, das Verstehen und die wahre Freundschaft, die man dort findet, wo man sie am wenigsten erwartet.

Tief in einem dichten Wald, zwischen hohen Bäumen, lebten zwei Kleine: Tikki, ein rotes Fuchskind, und Miko, ein grauer Wolfsjunge. Ihre Lichtungen lagen dicht nebeneinander – doch statt Freunde zu sein, stritten sie über alles auf der Welt.

„Der Wald gehört den Flinken und Schlauen“, prahlte Tikki und wedelte mit seinem buschigen Schwanz. „Wir Füchse sind die klügsten Geschöpfe überhaupt!“ „Nein, der Wald gehört den Starken und Mutigen!“, knurrte Miko zurück. „Wir Wölfe sind die tapfersten!“ Und so ging es Tag für Tag. Sagte Tikki, die beste Beere sei die Himbeere, bewies Miko ganz bestimmt, dass es die Heidelbeere war. Meinte der Wolfsjunge, Verstecken sei das schönste Spiel, bestand das Fuchskind auf Fangen.

Eines Abends, als die beiden Kleinen die Sterne betrachteten, erhellte ein greller Blitz den Himmel. „Das ist ein Komet!“, rief Tikki. „Und er ist irgendwo beim Felsenberg heruntergefallen!“ „Nein, das ist ein Meteorit!“, widersprach Miko. „Und er ist beim Silbersee gelandet!“

Und schon wieder ein Streit. Jeder war sich seiner Sache ganz sicher. „Ich finde diesen Weltraumschatz als Erster!“, verkündete Tikki und rannte zum Felsenberg. „Nein, ich!“, rief Miko und stürmte zum Silbersee.

Doch was da vom Himmel gefallen war, war weder ein Meteorit noch ein Komet. Auf einer kleinen Lichtung stand ein seltsames, silbernes Ding, das aussah wie ein Ei. Als die beiden Kleinen, außer Atem vom Laufen, davor zusammentrafen, öffnete sich das „Ei“ auf einmal.

Darin saß ein winziger Sternenreisender mit kristallblauer Haut, die schimmerte wie der Nachthimmel. Auf seinem runden Köpfchen wippten zwei Fühler mit kleinen Sternen an den Spitzen, und seine großen runden Augen blickten neugierig und freundlich in die Welt.

„Seid gegrüßt, Freunde des Waldes!“, sprach er mit einer melodischen Stimme, die klang wie ein Glöckchen. „Ich heiße Zuni und bin ein Sternenreisender aus dem Sternbild der Träume. Mein Zauberraumschiff hat seinen kosmischen Funken verloren, und nun kann ich nicht zurück nach Hause auf den Planeten Harmonia!“

Tikki und Miko vergaßen ihren Streit und starrten mit offenen Mündern das wunderbare Wesen an, das wie aus einem Märchenbuch über ferne Galaxien geradewegs herausgestiegen schien. „Wir helfen dir!“, rief Tikki. „Ja, natürlich!“, stimmte Miko zu. „Wunderbar“, freute sich Zuni. „Aber es gibt ein Problem. Ich brauche drei Kristalle, um den Antrieb zu reparieren. Sie liegen überall in eurem Wald verstreut.“

Zuni zeigte ihnen einen kleinen Bildschirm. „Ein Kristall liegt auf der Spitze des höchsten Baumes, ein zweiter auf dem Grund des Silbersees und der dritte in der Höhle des Felsenbergs.“ Tikki und Miko sahen sich an. „Ich klettere im Nu auf den Baum“, sagte Tikki. „Und ich schwimme gut und hole den Kristall aus dem See“, sagte Miko.

Doch als es um die Höhle ging, zögerten beide. „Da drin ist es dunkel und unheimlich“, flüsterte Tikki. „Ja, und man sagt, dort wohnt ein riesiger Dachs“, fügte Miko hinzu.

„Ihr müsst zusammen gehen“, sagte Zuni. „Auf meinem Planeten wissen wir, dass man die größten Hindernisse nur gemeinsam überwinden kann.“ Doch die Kleinen fingen schon wieder an zu streiten … „Ich kenne den Weg zur Höhle besser!“ „Nein, ich kenne einen kürzeren!“ „Wir müssen einen Stock zur Verteidigung mitnehmen!“ „Nein, besser eine Fackel!“
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