Die Stadt, die ihre Farben vergaß

  • 6-8 Min. Lesezeit
  • 18 Seiten

In einer Stadt, in der jedes Haus wie ein Regenbogen leuchtete, lebten Nachbarn aus vielen Ländern, mit vielen Sprachen und Geschichten glücklich beisammen. Doch als die Farben zu verblassen beginnen – und mit ihnen das Lachen –, macht sich ein kleines Mädchen namens Lila auf, um alle daran zu erinnern, was ihre Stadt so besonders macht. Eine warmherzige Geschichte darüber, wie das Feiern unserer Unterschiede die ganze Welt wieder zum Leuchten bringen kann.

Weit fort, eingebettet zwischen grünen Hügeln und tiefen, raunenden Wäldern, lag ein kleines Städtchen namens Kaleidos.

Weit fort, eingebettet zwischen grünen Hügeln und tiefen, raunenden Wäldern, lag ein kleines Städtchen namens Kaleidos. Auf der ganzen Welt gab es keinen zweiten Ort wie diesen, denn seine Häuser waren in allen Farben gestrichen, die man sich nur erträumen konnte.

Jede Straße war ein Feuerwerk aus Regenbogenfarben.

Jede Straße war ein Feuerwerk aus Regenbogenfarben. Und die Menschen, die dort wohnten, waren genauso bunt wie ihre Häuser. Sie kamen aus vielen Ländern, sprachen viele Sprachen und pflegten viele verschiedene Bräuche. Und trotz all ihrer Unterschiede lebten die Menschen von Kaleidos glücklich beisammen.

Doch nicht jeder liebte das bunte Farbenmeer der Stadt.

Doch nicht jeder liebte das bunte Farbenmeer der Stadt. Unter den Nachbarn wohnte ein Mann namens Gregor, dessen Haus in einem tristen, langweiligen Grau gestrichen war. Gregor mochte nichts, was anders war als seine eigene, stille Art zu leben.

Er fand, alle sollten gleich aussehen, dieselbe Sprache sprechen und dieselben Sitten haben.

Er fand, alle sollten gleich aussehen, dieselbe Sprache sprechen und dieselben Sitten haben. Die bunten Farben der Stadt gingen ihm auf die Nerven, und oft brummte er vor sich hin, alles wäre viel besser, wenn nur jeder genauso wäre wie er.

Eines Tages hatte Gregor genug.

Eines Tages hatte Gregor genug. Er zog durch alle Straßen und versuchte, seine Nachbarn zu überreden, ihre Häuser grau anzustreichen. „Grau ist die Farbe der Einigkeit!“, verkündete er. „Wenn wir alle gleich sind, gibt es keinen Streit und keinen Ärger mehr.“

Zuerst hörten einige Leute auf ihn.

Zuerst hörten einige Leute auf ihn. Vielleicht hat er ja recht, dachten sie – vielleicht macht Gleichsein das Leben leichter. Nach und nach verlor die Stadt ihr Leuchten, denn immer mehr Häuser wurden grau gestrichen. Die Straßen, die einst funkelten, wurden nun trüb und stumpf und grau in grau.

Doch als die Farben verblassten, verblasste auch die Freude.

Doch als die Farben verblassten, verblasste auch die Freude. Die Nachbarn sprachen kaum noch miteinander. Sie feierten ihre besonderen Feste nicht mehr und erzählten sich keine Geschichten mehr. Die Stadt wurde traurig, und aus den fröhlichen, summenden Tagen wurde eine düstere Stille.

Eines Tages bemerkte ein kleines Mädchen namens Lila, das die bunten Farben von Kaleidos immer geliebt hatte, wie grau und…

Eines Tages bemerkte ein kleines Mädchen namens Lila, das die bunten Farben von Kaleidos immer geliebt hatte, wie grau und leblos ihre Stadt geworden war. Sie vermisste das Lachen, die Musik, die Feste und all die fröhlichen Feiern. Also beschloss Lila, ihre Nachbarn zu besuchen und zu erfahren, wie es ihnen ging.

Zuerst klopfte sie bei Frau Rosa an, deren Haus einst in einem wunderschönen Rosa geleuchtet hatte.

Zuerst klopfte sie bei Frau Rosa an, deren Haus einst in einem wunderschönen Rosa geleuchtet hatte.

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