Das Eichhörnchen und die gesammelten Sterne
- 6-7 Min. Lesezeit
- 17 Seiten
Tief in einem Wald, dessen Wipfel bis an den Himmel reichen, lebt das kleine Eichhörnchen Sofie, das nichts mehr liebt als den funkelnden Nachthimmel. Als eines Abends ein Stern sanft ins Moos fällt, träumt Sofie davon, so viele Sterne zu sammeln, dass ihr ganzer Wald erstrahlt — doch der Himmel wird immer leerer und dunkler. Eine zärtliche Gute-Nacht-Geschichte über Verantwortung, Großzügigkeit und die Schönheit, die entsteht, wenn wir teilen, was wir haben.

Tief in einem alten Zauberwald, wo die Baumkronen bis an den Himmel reichten und die Luft süß nach warmem Kiefernharz duftete, lebte ein kleines Eichhörnchen namens Sofie.

Sofie war kein gewöhnliches Eichhörnchen — sie trug eine ganz besondere Liebe im Herzen: die Liebe zum Nachthimmel. Jeden Abend, wenn die Sonne hinter den Hügeln versank, kletterte sie auf den höchsten Ast ihres Lieblingsbaumes und betrachtete voller Staunen die Sterne.

Eines Nachts, als sie den glitzernden Himmel bewunderte, sah Sofie etwas ganz und gar Wunderbares. Ein winziger Stern löste sich vom Himmel und schwebte leise herab, bis er sanft im Moos neben ihrem Baum landete. Neugierig huschte sie hinunter und nahm ihn behutsam in die Pfoten. Er war warm und leuchtete ganz zart, wie ein kleines Herz aus Licht.

„Oh, wie schön!“, flüsterte Sofie ganz verzaubert. Und in ihrem Köpfchen begann eine Idee zu funkeln. „Wenn ich genug Sterne sammle, kann ich den ganzen Wald erhellen! Dann ist es sogar nachts hell und sicher und gemütlich.“

Mit diesem Traum im Herzen beschloss Sofie, die gefallenen Sterne zu sammeln. Jede Nacht beobachtete sie aufmerksam den Himmel und wartete geduldig auf den Augenblick, in dem ein Stern herabfiel.

Und sobald es geschah, hob sie ihn eilig auf und trug ihn in ihre Höhle, wo sie ihn in einem besonderen Winkel verstaute. Nach und nach füllte sich ihr Zuhause mit funkelnden Sternen, die glitzerten wie ein verborgener Schatz.

Doch die Nächte vergingen, und der Himmel, der einst von tausend Lichtern übersät gewesen war, begann leer und kahl auszusehen. Auch die anderen Waldbewohner merkten es. Die Nacht wurde immer dunkler, und die Sterne, die ihnen früher den Weg durch den Wald gewiesen hatten, verschwanden nach und nach.

Eines Abends, als Sofie in ihrer Höhle saß, umgeben von all den gesammelten Sternen, spähte sie hinaus und sah, dass der Himmel fast ganz leer war.
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