Bruno, der Hüter des Waldes

  • 6-8 Min. Lesezeit
  • 12 Seiten

Bruno ist ein Bär mit dem größten Herzen im ganzen Wald, und alle wissen: Wo Not ist, ist Bruno nicht weit. Als eines Herbsttages ein leises Schluchzen durch die Bäume weht, folgt er dem Klang – und findet ein kleines Mädchen namens Lucy, das sich verirrt hat. Gemeinsam machen sie sich auf einen Weg voller Wunder, guter Geschichten und einer echten Freundschaft. Eine warmherzige Geschichte über Güte, Mut und die stille Freude, jemandem zu helfen.

Bruno war ein Bär, den alle im Wald von Herzen mochten, und das aus einem ganz einfachen Grund: Er hatte ein gutes, sanftes…

Bruno war ein Bär, den alle im Wald von Herzen mochten, und das aus einem ganz einfachen Grund: Er hatte ein gutes, sanftes Herz. Wann immer ein Tier in Not war, ob groß oder klein, war Bruno schon unterwegs. An jemandem vorbeizugehen, der Hilfe brauchte – das konnte er einfach nicht.

An einem goldenen Herbsttag, als Bruno gemächlich durch den Wald schlenderte und Beeren sammelte, fingen seine Ohren einen…

An einem goldenen Herbsttag, als Bruno gemächlich durch den Wald schlenderte und Beeren sammelte, fingen seine Ohren einen ganz feinen Laut auf. Ein Schniefen. Ein Schlucken. Ein leises, trauriges Schluchzen. Bruno blieb ganz still stehen und lauschte. Jemand, so schien es, war in Not. Er folgte dem Klang zwischen den Bäumen und entdeckte bald ein kleines Mädchen, das ganz allein dastand, das Gesicht in den Händen vergraben. Seine Schultern zitterten, und die Tränen liefen ihm langsam durch die Finger.

„Hallo, du Kleine“, sagte Bruno sanft und trat näher.

„Hallo, du Kleine“, sagte Bruno sanft und trat näher. „Was ist denn geschehen?“ Das Mädchen zuckte erschrocken zusammen. Doch die Stimme klang so warm und freundlich, dass es langsam die Hände sinken ließ. Seine großen, verweinten Augen begegneten dem liebevollen Blick des Bären – und mit einem Mal war die Angst gar nicht mehr so groß.

„Ich… ich habe Blumen für meine Mama gepflückt“, schluchzte es, „und bin zu weit gegangen und… habe mich verlaufen.“ „Ach, du…

„Ich… ich habe Blumen für meine Mama gepflückt“, schluchzte es, „und bin zu weit gegangen und… habe mich verlaufen.“ „Ach, du Kleine“, murmelte Bruno mitfühlend. „Und wie heißt du?“ „Lucy“, flüsterte das Mädchen, kaum lauter als ein raschelndes Blatt. Der Bär streckte ihr behutsam eine große Pfote entgegen. „Hab keine Angst, Lucy. Zusammen finden wir den Weg nach Hause.“

Bruno bückte sich tief, und Lucy kletterte vorsichtig auf seinen breiten Rücken und hielt sich an seinem warmen, weichen Fell…

Bruno bückte sich tief, und Lucy kletterte vorsichtig auf seinen breiten Rücken und hielt sich an seinem warmen, weichen Fell fest. „Halt dich gut fest!“, sagte der Bär – und schon ging es los, hinein in den raunenden Wald.

Langsam und sicher bahnte Bruno sich seinen Weg durch den Wald, den er kannte wie seine eigenen Pfoten.

Langsam und sicher bahnte Bruno sich seinen Weg durch den Wald, den er kannte wie seine eigenen Pfoten. Zuerst fürchtete sich Lucy noch ein wenig, doch mit jedem Schritt saß sie ein bisschen aufrechter und mutiger da. Sie lauschte dem hellen Zwitschern der Vögel, atmete die frische Waldluft ein und sog Brunos Geschichten in sich auf – von den Eichhörnchen, die ihre Nüsse an den verrücktesten Orten versteckten, von der weisen Eule, die alle Geheimnisse des Waldes kannte, und von den kleinen Füchsen, die sich über die sonnigen Lichtungen jagten.

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